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Nebel
Es gibt diesen Moment, kurz bevor ein Zug einfährt.Die Luft verändert sich.Ein Zittern im Boden.Ein Versprechen von Bewegung. Ich stehe auf einem Bahnsteig.Allein. Der Bahnsteig selbst liegt nicht im Nebel. Er ist klar. Beton unter meinen Füßen. Eine Bank. Ein Schild mit einer Uhr, die weiterläuft, als wüsste sie mehr als ich. Über mir ein Himmel, der entschieden hat, heute sichtbar zu sein. Und trotzdem: Rechts endet der Bahnsteig im dichten Nebel. Links dagegen – Weite. Eine klare Linie bis…
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Nachhall
Zwei Wochen. Und ich merke, dass ich immer noch nicht ganz zurück bin. Es waren zwei Konferenzwochen. Einmal als Mitorganisator und Speaker, einmal „nur“ als Speaker – wobei dieses „nur“ beim Schreiben schon seltsam wirkt. Als wäre das weniger. Es ist, als stünde man auf einer Bühne und spräche über etwas, das einem wirklich am Herzen liegt, während es nebenbei passiert. Das ist nicht der Fall. Die Wochen davor waren bereits von Anspannung geprägt, die ich vielleicht unterschätzt, vielleicht nur…
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Das Dazwischen
Am Freitag war die dritte Kontrolluntersuchung nach Abschluss der Chemotherapie. Ein Termin, der nüchtern betrachtet unspektakulär ist. Blut abnehmen. Ein ausführliches persönliches Gespräch. Werte anschauen. Nicken. „Alles im Normbereich.“ Und doch war da etwas, das mich überrascht hat. Es war die schlichte Tatsache, dass inzwischen zwei Jahre vergangen sind. Zwei Jahre seit der Diagnose. Zwei Jahre seit diesem gefühlt ad hoc gestarteten Übergang in ein Leben, das plötzlich ein anderes war. Zeit ist ein merkwürdiges Ding. Sie vergeht, ohne sich…
