Ein Lymphom-Blog

Die Diagnose „Krebs“ trifft einen meist sehr unvorbereitet. Und wenn sie einen trifft, wird sie oft verschwiegen.

Vielleicht aus Angst, aus Scham oder weil Worte fehlen.

Als ich meine Krebsdiagnose bekam, wollte ich das nicht. Ich wollte erzählen, was passiert, ehrlich, ungeschönt, persönlich. So entstand dieser Blog.

Inzwischen ist er mehr als nur die Geschichte meiner Erkrankung. Er ist auch die Geschichte danach, über das Leben mit den Nachwirkungen, mit mir selbst, mit dem, was sich verändert hat.

Es geht um mentale Gesundheit, um Neurodiversität, um den Versuch, mich in einer lauten Welt neu zu sortieren.

Wie mein Weg mit der Lymphom-Diagnose begann, kannst du im Beitrag „Manchmal geht es schnell“ lesen.

  • Nebel

    Es gibt diesen Moment, kurz bevor ein Zug einfährt.Die Luft verändert sich.Ein Zittern im Boden.Ein Versprechen von Bewegung. Ich stehe auf einem Bahnsteig.Allein. Der Bahnsteig selbst liegt nicht im Nebel. Er ist klar. Beton unter meinen Füßen. Eine Bank. Ein Schild mit einer Uhr, die weiterläuft, als wüsste sie mehr als ich. Über mir ein Himmel, der entschieden hat, heute sichtbar zu sein. Und trotzdem: Rechts endet der Bahnsteig im dichten Nebel. Links dagegen – Weite. Eine klare Linie bis…

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  • Nachhall

    Zwei Wochen. Und ich merke, dass ich immer noch nicht ganz zurück bin. Es waren zwei Konferenzwochen. Einmal als Mitorganisator und Speaker, einmal „nur“ als Speaker – wobei dieses „nur“ beim Schreiben schon seltsam wirkt. Als wäre das weniger. Es ist, als stünde man auf einer Bühne und spräche über etwas, das einem wirklich am Herzen liegt, während es nebenbei passiert. Das ist nicht der Fall. Die Wochen davor waren bereits von Anspannung geprägt, die ich vielleicht unterschätzt, vielleicht nur…

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  • Das Dazwischen

    Am Freitag war die dritte Kontrolluntersuchung nach Abschluss der Chemotherapie. Ein Termin, der nüchtern betrachtet unspektakulär ist. Blut abnehmen. Ein ausführliches persönliches Gespräch. Werte anschauen. Nicken. „Alles im Normbereich.“ Und doch war da etwas, das mich überrascht hat. Es war die schlichte Tatsache, dass inzwischen zwei Jahre vergangen sind. Zwei Jahre seit der Diagnose. Zwei Jahre seit diesem gefühlt ad hoc gestarteten Übergang in ein Leben, das plötzlich ein anderes war. Zeit ist ein merkwürdiges Ding. Sie vergeht, ohne sich…

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